Die 20 goldenen Regeln

 

Die nachfolgenden Gebote gilt es zu beherzigen, wenn das Einwecken erfolgreich vonstatten gehen soll. Sie stellen eine Auflistung von wichtigen Grundsätzen dar, die für das Einkochen von existenzieller Wichtigkeit sind.

Regel eins:
Achten Sie darauf, dass weder die Gläser noch die Deckel der Einkochgefäße Beschädigungen insbes. Sprünge aufweisen.

Regel zwei:
Einweckgläser und Deckel müssen zu 100 Prozent gereinigt und sauber sein. Eine gewissenhafte Reinigung mit ausreichend Spülmittel ist unabdingbar. Anstatt die Utensilien mit einem Geschirrtuch abzutrocknen, sollten die Gerätschaften an der Luft trocknen, Gläser mit der Öffnung nach unten.

Regel drei:
Poröse oder eingerissene Gummiringe müssen ausgetauscht werden.

Regel vier:
Tauchen sie die Gummiringe vor dem Einkochen immer (auch neuwertige!) ca. drei Minuten in kochendes Essigwasser. Dies erhöht die Keimfreiheit.

Regel fünf:
Lassen Sie die Einweckgläser beim Einfüllen des Einkoch-Gutes auf einem feuchtwarmen Tuch stehen.

Regel sechs:
Die Einweckgläser sollten bis ca. zwei Zentimeter unter den Rand mit dem Einmach-Gut gefüllt werden.

Regel sieben:
Streuen Sie nicht einfach den Zucker über das Einweck-Gut, sondern *übergießen Sie die Früchte mit Zuckerwasser, welches Sie zuvor drei bis vier Mal aufgekocht haben.

Regel acht:
Wischen Sie unbedingt den Rand des Weckglases nach dem Einfüllen ab und achten Sie darauf, dass keine Rückstände oder Spritzer dort verbleiben, dies würde die Dichtigkeit beeinträchtigen.

Regel neun:
Legen Sie die Gummiringe in feuchtem Zustand auf den Glasrand des Einweckglases.

Regel zehn:
Versteht sich von selbst: Verschließen Sie die gefüllten Gläser mit den zugehörigen Bügeln.

Regel elf:
Stellen Sie die Einweckgläser im Einkochtopf auf einen Aufsatz, also nicht direkt auf den Topf-Boden. Achten Sie darauf, dass Sie die Gläser nicht mit Gewalt in den Topf drücken und verkeilen. Sie sollten noch etwas Spiel haben. Ein enges Beisammenstehen ist unbedenklich.

Regel zwölf:
Die Gläser sollten bis zu einer Höhe von drei Vierteln der Glashöhe im Wasser stehen, also keinesfalls komplett unter Wasser sein!

Regel dreizehn:
Sorgen Sie für eine harmonische Erhitzung der Einweckmasse, d.h. kalte Masse in kaltes Wasser stellen und erhitzen, warme Masse in warmes Wasser stellen und weiter erhitzen. Hohe Temperaturunterschiede belasten das Material.

Regel vierzehn:
Prüfen Sie das Einkoch-Termometer auf seine Funktionstüchtigkeit. Tauchen Sie es in sprudelndes Wasser. Zeigt es 100 Grad?

Regel fünfzehn:
Achten Sie darauf, das Thermometer weit genug im Kochwasser zu platzieren um eine Einwandfreie Funktion zu gewährleisten.

Regel sechzehn:
Vergessen Sie keinesfalls, sich genauestens an die in den Rezepten vorgegebenen Einkochzeiten zu halten. Die Einkochzeit beginnt ab dem Zeitpunkt, an dem die vorgeschriebene Einkochtemperatur erreicht ist.

Regel siebzehn:
Wenn die Einkochzeit beendet ist, müssen die Weckgläser sofort aus dem Einkochtopf entnommen werden. Hierzu bedient man sich zweckmäßigerweise einer speziellen Zange zum Greifen der Gläser. Setzen Sie die abkühlenden Gläser keiner Zugluft aus.

Regel achtzehn:
Erst nachdem die Einmachgläser erkaltet sind, können die Haltebügel abgenommen werden. Machen Sie jetzt von Zeit zu Zeit eine Dichtigkeitsprobe und stellen Sie fest, ob das Vakuum im Glas erhalten ist. Hierzu greifen Sie das Weckglas nur am Deckelrand und heben das Glas leicht an. Sollte sich trotz des Einkochens ein Gärungs- oder anderer Prozess in Gang gesetzt haben, wird hierdurch das Vakuum zerstört und der Deckel wird nicht mehr auf das Glas gedrückt, er lässt sich ohne Kraftaufwand abnehmen.

Regel neunzehn:
Die eingeweckten Produkte müssen jetzt kühl und dunkel lagern. Direkte Sonneneinstrahlung mögen sie gar nicht.

Regel zwanzig:
Wenn Sie nun die Früchte Ihrer Arbeit genießen wollen, öffnen Sie die Gläser nur dadurch, dass sie den Gummiring an der kleinen Lasche aus dem Deckelspalt ziehen. Keinesfalls dürfen Sie mit irgendwelchen spitzen Gegenständen im Deckelspalt herumfuhrwerken. Dies birgt neben der Gefahr, die Glas- bzw. Deckelränder zu schädigen, auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko durch Abrutschen mit dem Werkzeug!

Wenn Sie sich diese vorgenannten zwanzig Gebote zu Herzen nehmen und sich – natürlich – genau an die Vorgaben der einzelnen Rezepte halten, kann mit dem Einkochen eigentlich gar nichts mehr schief laufen. Denken Sie vor allem immer an die Prämisse: Sauberkeit ist oberstes Grundprinzip beim Einmachen bzw. Einwecken.

Nachdem wir uns also mit dem Einkochprozess vertraut gemacht haben, die Funktion und die Arbeitsschritte erläutert und das notwendige Zubehör vorgestellt haben, steht Ihnen nichts mehr im Weg, sich ein Rezept zu schnappen und eifrig einzuwecken und Marmelade zu machen! Lassen Sie sich von etwaigen Misserfolgen nicht abschrecken und sehen sie auftretende Probleme als Herausforderung und nicht als Demotivation an. Vergessen Sie nicht, dass Sie ein individuelles Produkt herstellen, dass allein durch Ihre Arbeit zu dem geworden ist, was es ist, mit allen seinen geschmacklichen Nuancen und Eigenheiten. Schließlich wollen wir uns ja auch bewusst vom Einheits-Brei aus dem Supermarkt absetzen und das Selbstgemachte geniessen!